Die heilige Barbara

Am Barbara-Tag gibt es einen schönen Brauch: Ein Kirsch- oder Forsythienzweig wird in lauwarmes Wasser gestellt. Um die Weihnachtszeit brechen dann viele wunderschöne Blüten auf.
Warum?
Ein kurzer Steckbrief der bekannten Märtyrerin hilft uns vielleicht weiter. Die heilige Barbara lebte vermutlich um 300 nach Christus in Nikomedien in Kleinasien und war die Tochter eines reichen Kaufmannes. So weit, so gut. Die Legende erzählt, dass sie gegen den Willen ihres heidnischen Vaters Christin wurde und sich taufen ließ, worauf er sie aus Zorn und Wut in einen Turm sperrte, genauer gesagt in den Keller des Turmes. Auf dem Weg in ihre Kerkerzelle verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid. Barbara stellte ihn in einen kleinen Becher mit Wasser. Nun war sie eingesperrt – und doch frei. Über ihren Körper, ihre Bewegungsfreiheit konnte ihr Vater entscheiden, aber über ihren Geist, ihren Glauben hatte er keine Macht. An dem Tag, an dem der Zweig aufblühte, wurde sie zum Tode verurteilt. Christ zu sein, war damals gefährlich, ja sogar tödlich. „Du schienst wie tot“, sagt sie in der Legende zum Zweig. „Aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde auferstehen zum neuen Leben bei Gott!“ Es heißt, dass der Vater selbst das Todesurteil vollstreckt habe.
Wenn Ihr den Zweig in die Vase stellt, erscheint er zunächst wie abgestorben. Wochen später präsentiert er sich in voller Blütenpracht. Es ist ein Wunder, das uns die Barbara-Legende auch anschaulich machen möchte: Barbaras Tod ist der Beginn eines neuen Lebens. Das gilt für jeden, der an die Auferstehung glaubt.
Auch heute werden Menschen ihres Glaubens wegen verfolgt, eingesperrt. Vergessen wir nicht auf unsere verfolgten Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt. Beten wir für sie!
PS: Die heilige Barbara wird heute als eine der vierzehn Nothelfer verehrt, besonders als Helferin in der Sterbestunde und ist die Patronin der Bergleute.